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Katzenstreichler helfen traumatisierten Tieren in Berlin

Drei Freiwillige kümmern sich derzeit um sogenannte Problemfälle des Tierheims Berlin. Viele Katzen, die ausgesetzt wurden, sind menschenscheu, entfremdet und traumatisiert. Sie brauchen Zuwendung.

Ganz vorsichtig schiebt Jenny Volstorf die Bambusstange durch das Gras. Die Halme zittern leise. Behali aber rührt sich nicht. Nur die Augen der getigerten Katze mit dem weißen Bauch verfolgen die Bewegung im Grün vor dem Baumstamm, auf dem sie ausgestreckt in der Sonne liegt. “Eigentlich”, sagt Volstorf, “erfüllt das durchaus das Beuteschema. Und Behali hat zusammengekniffene Augen, das ist immer schon mal ein gutes Zeichen.” Dauern könne es trotzdem, bis die Katze auf das Spielangebot reagiere. Wenn sie es denn überhaupt tut. Volstorf kommt seit zwei Jahren drei Mal pro Woche ins Tierheim Berlin, fährt von Mariendorf quer durch die Stadt bis nach Falkenberg. Denn Jenny Volstorf ist eine von drei offiziellen Katzenstreichlern im Freigehege am Hausvaterweg.

Dabei beschreibt “Streichler” eigentlich eher eine Zielvorstellung als eine garantierte Option. Denn die mehrere Dutzend Katzen, die sich regelmäßig auf dem Freiareal mit diversen Spiel- und Klettervorrichtungen, Sonnensegeln und angeschlossenem Schlechtwetterhaus herumtreiben, sind sogenannte Straßenkatzen. Ausgesetzt oder entlaufen, teilweise auch von nicht kastrierten Katzenmüttern bereits draußen geboren, haben sie alle eine lange Erfahrung als wild lebende Tiere hinter sich.

Mit den Folgen haben später die Tierheimmitarbeiter zu kämpfen: Menschenscheu, entfremdet oder traumatisiert, wie die Vierbeiner sind, ist eine Vermittlung als Stubentiger in ein neues Heim kaum möglich. Drei Jahre ist es her, dass Renate Wesselhöfft deshalb das Ehrenamtsprojekt ins Leben rief. “Katzen brauchen diese Zuwendung besonders”, sagt die Vizevorsitzende des Tierschutzvereins zu Berlin und Leiterin der AG Katzenschutz. Schließlich werde ihnen, anders als bei Hunden, nicht durch regelmäßiges Gassigehen Aufmerksamkeit zuteil.

30 Freiwillige meldeten sich spontan

Neben dem Füttern und der grundlegenden Hygiene auch noch Zeit für die notwendigen Zärtlichkeiten zu finden, ist Wesselhöfft selbst allerdings kaum möglich. Drei Freiwillige kümmern sich deshalb derzeit um die sogenannten Problemfälle, die auch dafür extra im Freigehege konzentriert werden. Als sie in einem Aufruf um Freiwillige warb, hätten sich bei der Informationsveranstaltung spontan 30 potenzielle Streichelpaten eingefunden, erzählt Wesselhöfft. “Die meisten denken, da gehe ich mal ins Tierheim und schmuse mit den Katzen. Dabei ist das ernsthafte Arbeit.”

Quelle:http://www.morgenpost.de Bild: Karl-Heinz Laube  / pixelio.de
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