Neues aus der Haustierwelt »

Masthead header

Mann muss Unterhalt zahlen – für Hunde

Ein Münchner Paar hat sich gemeinsam mehrere Hunde angeschafft, dann jedoch getrennt. Die Frau verklagte ihren Ex auf Unterhalt für die Tiere. Der Mann muss zahlen – obwohl er die Hunde nie sieht.

Ein Hund ist rechtlich gesehen eine Sache. Aber was passiert mit ihm bei einer Trennung? In München bekommt eine Frau von ihrem früheren Lebensgefährten nun 1500 Euro Unterhalt für die vier gemeinsamen Mischlingshunde. Darauf einigten sich die Ex-Partner in einem Vergleich vor dem Oberlandesgericht. Der Mann muss den Betrag in 100-Euro-Raten bezahlen. Seine einstige Lebensgefährtin, eine Rechtsanwältin, hatte ihn auf Zahlungen für Fressen und Tierarztbesuche verklagt. “Es geht darum, dass ein Mensch ein Tier anschafft und dann sagt: Ich habe keinen Bock mehr”, sagte die Frau, die sich vor Gericht selbst vertrat.

50 Euro monatlich

2009 hatte sich das Paar Wotan zugelegt, 2010 Cora. Im April 2011 warf Cora die Welpen Cesar und Lady. Nach der Trennung blieben die Tiere bei der Frau, nur Cesar hat sie inzwischen abgegeben. Der Mann habe vor der Trennung zugesagt, sich weiter an den Kosten zu beteiligen und mit den Tieren Gassi zu gehen, sagt sie. Das habe er nicht getan. Er argumentierte hingegen vor Gericht: “Ich darf keinerlei Umgang haben mit den Hunden. Wofür soll ich bezahlen?” Das Landgericht München hatte die Unterhaltsklage abgewiesen, das OLG hatte aber Zweifel an den Schlüssen der Vorinstanz und schlug einen Vergleich vor. Die Kosten pro erwachsenem Hund bezifferte das Gericht auf etwa 50 Euro monatlich plus Tierarzt.

Hunde sind Sachen

Allerdings sei es kaum zumutbar, “dass man für die Gesamtlebensdauer dieser Hunde den hälftigen Lebensunterhalt bezahlt”, stellte der Vorsitzende klar. Das sieht nicht jeder so: Nach einem Urteil des Pfälzischen Oberlandesgerichts musste ein Herrchen bis zum Tod des ehemals gemeinsamen Hundes zahlen. Rechtlich gesehen sind Hunde Sachen. Bei Trennungen müssten Partner weiter Lasten und Kosten für gemeinsame Anschaffungen tragen, so der Vorsitzende. Die Anschaffung könne auch geteilt oder verkauft werden. “Dann wären die Viecher weg. Sie bräuchten sich auch nicht mehr drum kümmern.” Doch die Lösung gefiel der Frau nicht. Die Klägerin wollte die Hunde anfangs nicht, möchte sie nun aber nicht mehr hergeben. Ihr Ex-Partner hat ein Foto von Cora auf seiner Facebook-Seite. “Es waren auch meine Hunde.”

zum Anfang des Artikels|zurück zur Newsübersicht|Artikel weiterleiten|Info bei Twitter posten|share on Facebook|Kontakt tiere life
t i e r e   l i f e   m e n ü
a l l e   N e w s
UA-31130971-1