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Schmerzen bei Katzen erkennen und behandeln

Tiger lebt nun schon viele Jahre im Haushalt der Familie Becker. Als Babykater war er schmusig und verspielt, als Teenager hat er voller Elan seine Umgebung erkundet und so manche Beute mit nach Hause gebracht. Der ausgewachsene Tiger hat sein Revier abgesteckt und ist auch nächtlichen Raufereien nicht ausgewichen. Jetzt, als Best-Ager, wird er zusehends ruhiger – und eigenbrötlerisch. Immer häufiger zieht er sich zurück, weicht Berührungen aus. Er vernachlässigt seine Körperpflege, frisst weniger und springt auch nicht mehr aufs Sofa. “Tiger wird eben alt”, meinen die Beckers. Und ahnen nicht, dass ihr vierbeiniger Hausfreund möglicherweise krank ist und Schmerzen hat.

Denn zu den natürlichen Schutzmechanismen von Tieren gehört es, Schmerzen möglichst zu verbergen, weil Zeichen von Schwäche in der freien Natur den Tod bedeuten können. Von Katzen, die unter Schmerzen leiden, wird man also kaum je einen Laut hören. Die beschriebenen Verhaltensänderungen aber, die sich oft über einen längeren Zeitraum entwickeln, können Zeichen von Schmerzen sein.

Studien belegen, dass bei Katzen chronische Gelenkerkrankungen die häufigste Ursache von Schmerzen sind. Bei 60 bis 90 Prozent der untersuchten Katzen zeigten sich auffällige Veränderungen jedoch erst im Röntgenbild. Die Vermutung liegt also nahe, dass Katzen häufig sehr lange unbemerkt unter ständigen Schmerzen leiden. Im Gegensatz zur Schmerzäußerung ist die Schmerzwahrnehmung von Tieren der des Menschen jedoch sehr ähnlich. Und für Menschen und Tiere gilt: Wer Schmerzen hat, muss behandelt werden. Schon beim ersten Verdacht sollten Tierhalter deshalb sofort den Tierarzt aufsuchen, denn der Schmerz ist häufig ein Indiz für eine schwerwiegende Erkrankung wie beispielsweise Arthrose. Die Verhaltens-Warnsignale helfen dem Tierarzt, nicht nur die Krankheit selber, sondern auch Ausmaß und Ursache des Schmerzes zu bestimmen und eine anschließende Schmerztherapie einzuleiten. Mit einem rechtzeitigen Erkennen von Schmerzen lässt sich zudem verhindern, dass aus zunächst akuten im Laufe der Zeit chronische Schmerzen werden. Eine frühzeitige Gabe von Medikamenten verhindert darüber hinaus das Phänomen des sogenannten Schmerzgedächtnisses, bei dem die Patienten auch dann noch unter Schmerzen leiden, wenn sie längst wieder gesund sind. Schmerztherapien können zudem bei älteren und chronisch kranken Katzen die Lebensqualität erheblich verbessern. Die Gabe von Schmerzmitteln ist auch bei operativen Eingriffen sinnvoll. War man früher der Meinung, dass der Schmerz nach einer OP förderlich ist, weil sich das kranke Tier dann weniger bewegt, weiß man heute, dass schmerzfreie Tiere schneller genesen. Es gilt als wissenschaftlich gesichert, dass sich auch Schmerzen vor der Operation wesentlich auf die Schmerzempfindlichkeit nach der Operation auswirken und daher kontrolliert werden müssen. Vor allem in den letzten Jahren wurden für Katzen moderne Medikamente entwickelt, die akute und chronische Schmerzen lindern können sowie in hohen Dosierungen und teilweise auch ein Leben lang gut verträglich sind.

Weiterführende Informationen finden Sie unter: http://www.bft-online.de/presse/kleintiergesundheit/schmerzmanagement-bei-hund-und-katze/hintergrundinformationen-zu-schmerzmanagement-bei-hund-und-katze/

Quelle: Bundesverband für Tiergesundheit e.V.

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