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Schwangerschaft mit Katze

Eine Schwangerschaft ist eine spannende Zeit, die vom Hinfiebern auf die Geburt geprägt wird. Überschattet wir diese Zeit häufig damit, dass „schwangere Familien“ meinen, ihr geliebter Stubentiger sei ein Risikofaktor für die Mutter und das ungeborene Kind: Viele Katzen landen deswegen im Tierheim. Wir wollen uns deshalb heute mit der Thematik beschäftigen und zeigen, dass eine Schwangerschaft mit der Haltung einer Katze problemlos vereinbar ist.

Risiko Toxoplasmose

Der Hauptgrund für das Abgeben der Katze während der Schwangerschaft ist die Angst vor Toxoplasmose, einer Infektionskrankheit, die von der Katze auf den Mensch übertragen werden kann. In einem solchen Falle (wenn die Schwangere nicht immun ist) kann es zu einer Schädigung des noch nicht vollständig entwickelten Embryos kommen. Erst mal ein paar generelle Informationen zur Toxoplasmose. Der Erreger befindet sich vor allem in rohem Fleisch, auf ungewaschenem Gemüse und Obst und eben in drei bis vier Tage altem Katzenkot. Wegen Geschäften von Freigängern sind deshalb auch häufig Gartenerde und Gras mit den Erregern infiziert. Diese gelangen nur durch den Mund oder eine offene Wunde in den Körper. Wenn man nicht gerade schwanger ist, dann macht man sich soweit gar keine Gedanken um den Erreger, denn eine Infektion verläuft häufig so ungefährlich wie eine leichte Grippe. War man einmal mit den Erregern infiziert, ist man fortan immun gegen Toxoplasmose. Gefährlich wird es wie gesagt, wenn die Schwangere noch nicht immun gegen den Erreger ist. Man sollte deshalb zu Beginn der Schwangerschaft durch einen Immun-Test feststellen lassen, ob einen die Toxoplasmose-Thematik betrifft. Ärzte schätzen, dass bereits rund 70% aller Menschen gegen Toxoplasmen immun sind, größtenteils ohne es zu wissen. Dasselbe finden wir bei unseren Katzen, die nach einmaliger Infektion Antikörper entwickeln und anschließend immun sind.

Schutz vor Toxoplasmen

Mit ein paar ganz einfachen Regeln kann man sich und das ungeborene Baby vor Toxoplasmen schützen, ohne die Katze aus dem Haus jagen zu müssen. Wichtig ist hier vor allem Hygiene, aber der Reihe nach. Das Säubern des Katzenklos und von anderem Katzenzubehör sollte von jemand anderem als der Schwangeren erledigt werden, da somit ein großer Berührungspunkt mit den Erregern ausgeschaltet wird. Wichtig ist außerdem, dass das Katzenklo täglich gereinigt wird. Da sich die Toxoplasmen erst nach einigen Tagen entwickeln, wird das Entstehungsrisiko noch ein ganzes Stück mehr gesenkt. Zusätzlich sollte man sich nach Streicheln der Katze die Hände waschen, sich nicht das Gesicht ablecken lassen und die Katze mit im Bett schlafen lassen. Diese Regeln stammen von Wissenschaftlern und Ärzten und müssen somit von jedem selber bewertet werden. Natürlich ist es hygienischer, die Katze nicht im Bett schlafen zu lassen, aber eine weiche schlafende Katze als Wärmflaschenersatz zu haben, ist für viele Katzenbesitzer fester Bestandteil des Zusammenlebens. Unumgänglich ist dagegen, dass die Schwangere bei der Gartenarbeit feste Handschuhe trägt, immerhin kann Gras und Blumenerde durch Katzenkot infiziert sein; aus diesem Grund sollte auch der Sandkasten bei Nichtbenutzung abgedeckt sein. Darüber hinaus sollte man keine fremden Katzen streicheln. Bei diesen weiß man nie, ob sie mit rohem Fleisch gefüttert werden und so zu einer größeren Wahrscheinlichkeit den Erreger mit sich herumtragen. Daraus ergibt sich, dass man die eigene(n) Katze(n) auf keinen Fall mit rohem Fleisch füttern sollte. Außerdem sollte regelmäßiges Händewaschen eingeführt werden. Die restlichen Regeln gelten wiederum auch für Schwangere, die keine Katze haben: Beim Zubereiten von Fleisch Handschuhe tragen und kein rohes Fleisch essen (Mett und Tartar fallen ganz weg, Steak immer gut durchbraten). Zusätzlich Obst und Gemüse immer gründlich waschen (ist auch außerhalb

Verhaltensänderungen der Katze während der Schwangerschaft

Oftmals wird berichtet, dass Katzen während der Schwangerschaft von Frauchen ihr Verhalten ändern. Es kommt sogar vor, dass Katzen noch vor der Frau selber die Schwangerschaft bemerken: Im Nachhinein kann dann beispielsweise gesagt werden „Meine Katze war vorher nie verschmust. Man hätte die Schwangerschaft allein daran ablesen können, dass sie plötzlich dauernd auf meinem Bauch lag“. Tatsächlich kommen solche Fälle vor, aber woran liegt‘s? Während der Schwangerschaft kommt es im Körper der Frau zu einer Veränderung des Hormonspiegels, aufgrund dessen sich auch ihr Geruch ändert. Das ist für uns nicht wahrnehmbar, wohl aber für die feinen Nasen unserer Katzen. Die Reaktion der Samtpfoten auf diese Geruchsänderung kann ganz unterschiedlich ausfallen: Manche Katzen bemuttern die Schwangere richtig, folgen ihr auf Schritt und Tritt und sind viel schmusiger als sonst. Andere Katzen dagegen werden scheu oder aggressiv. In solchen Fällen ist es wichtig, nicht wütend zu werden und ausfallend zu reagieren. Gib der Katze einfach Zeit, sich an die Veränderung zu gewöhnen, sie könnte verunsichert sein durch die plötzliche Veränderung ihrer Bezugsperson. Wenn man dem Ganzen mit Ruhe begegnet und die Katze zu nichts drängt, lassen die anfangs heftigen Reaktionen schnell an Intensität nach.

Die Katze von vornerein auf das Kind vorbereiten

Ein wichtiger Punkt, der das Leben nach der Geburt extrem vereinfacht, ist, die Katze auf das Kind und die damit einhergehenden Veränderungen vorzubereiten.

Man sollte deshalb schon lange vor der Geburt damit anfangen, Regeln durchzusetzen, die es nach der Geburt geben wird. Die Katze sollte also nicht viel vielleicht bisher ein permanentes Anrecht auf das Schoßsitzen haben, denn immerhin wird das Baby dort bald einen permanenten Platz haben. Bringe sie viel mehr dazu, sich neben dich zu kuscheln: Da ist weiterhin immer Platz für sie. Auch sollte die Katze an eine geschlossene (Kinder-)Zimmertür gewöhnt sein, bei der sie nicht dauernd Einlass fordern kann. Darüber hinaus sollte das Kinderzimmer (zumindest in der ersten Zeit) nur in deiner Begleitung für sie zugänglich sein: Dabei kannst du ihr direkt klarmachen, dass Kinderbett und Wickeltisch für sie tabu sind. Zusätzlich sollte man die gut hörende Katze mit einer CD oder anderen Aufnahmen an Babygeschrei gewöhnen und dieses mit Leckerchen oder Spieleinheiten mit etwas positivem verbinden. Generell gilt, die Katze nicht als potentielle Gefahrenquelle für das Kind anzusehen, sondern als Bereicherung. Studien beweisen, dass Kinder, die mit Katzen aufwachsen, kreativer, weniger aggressiv und ausgeglichener sind.

Quelle:zooroyal.de;Bild:JMG@pixelio.de
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