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Vom Herrchen abgeschaut !

„Sitz! Platz!“ Wir zeigen, wie Halter ihre Hunde beim Lernen unterstützen können. Besonders wichtig ist Akribie. „Wie lernt mein Hund?“ – darum geht es auch bei einer Veranstaltung im studio dumont.

Hunde lernen anders. Aber sie lernen genauso wie wir Menschen ihr ganzes Leben lang – und viel mehr als Wissenschaftlern lange bekannt war. „Dank neuerer Forschungen wissen wir, dass Hunde in ihrem Leben mehr lernen als nur die Bedeutung von „Sitz“ und „Platz““, erklärt Dr. Udo Gansloßer, Privatdozent für Zoologie an der Uni Greifswald. Ähnlich wie Kleinkinder seien Hunde in der Lage, Wörter zu lernen und zu verstehen – bis zu 1022 Begriffe konnte sich zum Beispiel in einer amerikanischen Studie die Border-Collie Hündin „Chaser“ merken. „Außerdem können Hunde feinste Zeichen deuten, die ihnen ihre Besitzer geben, zum Beispiel wenn wir nur über Augenbewegung andeuten, wo ein Leckerbissen versteckt ist“, berichtet Buchautor Gansloßer.„Diese ausgesprochene Lernfähigkeit ermöglicht Hunden, sich hervorragend an neue Lebenssituationen anzupassen“, erklärt Ulrike Ewers, Hundetrainerin und Verhaltenstrainerin aus Euskirchen, und ergänzt: „Hunde lernen schnell, vorausgesetzt, wir verstehen, wie sie lernen.“ Und das sei manchmal grundverschieden vom menschlichen Lernen.

Grundsätzlich seien bei einem Hund unterschiedliche, ineinander greifende Lernvorgänge zu beobachten, erklärt die Inhaberin der Hundeschule „Dog und Co.“. Einer davon sei das sogenannte „Ortslernen“. Anders als Menschen, die Inhalte lernen, lernten Hunde ortsgebunden. Wenn Menschen etwa Vokabeln lernen, können sie die sowohl in der Schule als auch zu Hause abrufen. Anders beim Hund: Lernt er Befehle wie „Platz“ und „Sitz“ nur in der Wohnung, dann kann er das nicht automatisch auch woanders. „An jedem anderen Orten muss der Befehl ein paar Mal neu eingeübt werden“, sagt Ulrike Ewers.

Akribie ist wichtig

Daneben sei eine eindeutige Konditionierung wichtig, damit der Hund mit einem bestimmten Signal, etwa dem Befehl „Platz“, tatsächlich auch nur das Hinlegen verbindet. Um dahin zu kommen, sei es bisweilen ein langer Weg, räumt Hundetrainerin Ewers ein. Manchmal müsse man den Befehl 500- bis 1000-mal einüben, bis er wirklich verstanden ist. Denn erst wenn der Hund auf einen Befehl innerhalb einer halben bis einer ganzen Sekunden reagiere, könne der Halter sicher sein, dass die Verbindung von Befehl und Reaktion im Hirn eindeutig abgespeichert sei. „Wenn er nicht sofort reagiert, hat der Hund noch diverse andere Möglichkeiten im Kopf, was »Platz« bedeuten könnte“, weiß Ewers. Wichtig sei, dass man die richtige Antwort auf einen Befehl akribisch einfordert – ansonsten verbinde Hund damit eben auch die Möglichkeit, dass „Platz“ auch „nicht Hinlegen“ bedeuten könne. Der Lernerfolg lässt sich jedoch mit einfachen Mitteln beschleunigen. „Wird die sofortige Reaktion auf einen Befehl mit einem Leckerbissen belohnt, steigert das natürlich die Motivation des Hundes“, weiß Ulrike Ewers. Im Fachjargon spreche man von instrumenteller Konditionierung. Wichtig sei daneben auch die sogenannte Spurkonditionierung. „Für den Hund sollte schon zu Beginn eines Signals klar sein, was am Ende der Handlung passiert“, erklärt Hundetrainerin Ewers. Idealerweise sollte das für den Hund natürlich positiv besetzt sein, etwa dass er genau weiß, dass er bei seiner sofortigen Reaktion auf den Rückruf einen Leckerbissen bekommt.

Darüber hinaus gehen Verhaltensforscher inzwischen davon aus, dass Hunde sehr viel lernen, indem sie uns Menschen einfach beobachten. Voraussetzung dafür sei eine enge Bindung zum Halter, beschreibt Udo Gansloßer. Allerdings fand eine Budapester Forschergruppe heraus, dass Hunde auch völlig unsinnige Angewohnheiten ihrer Besitzer nicht hinterfragen. In einem Versuch hatten sie Hundebesitzer gebeten, über mehrere Wochen vor dem Betreten des Hauses eine Runde im Kreis zu gehen. Die Hunde ahmten dies nach – und behielten es selbst Monate nach Testende noch bei, als Herrchen das schon längst nicht mehr tat.



Quelle:Angela Horstmann -Kölner Stadtanzeiger;
 Bild:KurtMichel@pixelio
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